Warum eigentlich Atemschutz?
In
unserer heutigen technik- und verbraucherorientierten Welt sind wir in unserem
täglichen Leben von einer Vielzahl verschiedener Stoffe umgeben. Das war nicht
immer so. Früher waren die meisten
Dinge der Wohnungseinrichtung aus Naturmaterialien wie Holz, Stein, Papier oder Metall. Heute dagegen finden wir in Wohnungen eine Vielzahl
von verschiedenen Kunststoffen. Aus diesen Stoffen sind z.B. Wand- und
Deckenverkleidungen, Fußböden, Küchengeräte und die verschiedensten Möbel gefertigt.
Im Moment der täglichen Benutzung stellt dies kein
Problem dar, aber wenn die Feuerwehr zu einem Zimmer- oder Wohnungsbrand
anrücken muss, können die dann freiwerdenden Atemgifte eine erhebliche Gefahr
für die Einsatzkräfte und die Bewohner bedeuten, wenn sie sich nicht davor
schützen.
Die Feuerwehren waren durch die Veränderung der Materialien im verstärkten
Maße gezwungen, umluftunabhängige
Atemschutzgeräte einzusetzen, um eine gezielte Brandbekämpfung im Innenangriff
erst möglich zu machen. Denn ehemals als harmlos geltende Brände, die ohne
Atemschutz oder lediglich mit Filtergeräten gelöscht werden konnten, erwiesen
sich nun in zunehmendem Maße als gefährlich. Rettung von Menschen aus
verqualmten Innenräumen oder Innenangriffe lassen sich heute ohne umluftunabhängige Atemschutzgeräte nicht mehr
durchfuhren. Die Zeiten, in
denen der Feuerwehrmann solche Atemschutzgeräte
fast ausschließlich bei Bränden in
Apotheken,
Drogerien und Chemischen Betrieben anlegte, sind jetzt endgültig vorbei. Ab und
zu geistert noch in der Begriffswelt der "leichte" Atemschutz herum,
worunter man Filtergeräte als Atemschutzgeräte verstand. Heute kann das
Filtergerät im Einsatz für den Feuerwehrmann tödlich sein.
Die Industrie reagierte sehr rasch und entwickelte die Pressluftatmer
als Atemschutzgeräte mit in Druckflaschen auf 200 oder 300 bar komprimierter
Atemluft. Die Feuerwehren wandten sich von Sauerstoffkreislaufgeräten ab, da
diese Geräte im Vergleich zu den Pressluftatmern nicht nur in der Anschaffung,
sondern auch im Betrieb, in Wartung und Handhabung teuerer und komplizierter
waren. Außerdem war die Atemluft sehr warm. Dagegen nahmen die Wehren die
kürzere Einsatzdauer der Pressluftatmer bewusst in Kauf. Der Siegeszug des
Pressluftatmers begann in den 60er Jahren. Ein effektiver Atemschutz ist aber nicht nur bei
Bränden wichtig. Im gesamten, immer umfangreicher werdenden Einsatzspektrum der
Feuerwehr spielt der Atemschutz eine zentrale Rolle. Einsätze im Chemie- und Strahlenschutz, in Silos oder in der Kanalisation
wären ohne einen geeigneten Atemschutz nicht möglich.